Betroffene Einrichtungen
Bereich
In IBM Langflow OSS in den Versionen 1.0.0 bis 1.10.0 existiert eine kritische Path-Traversal-Schwachstelle im APIRequest-Komponenten: Ist die 'Save to File'-Funktion aktiviert, werden Dateinamen aus dem HTTP-Response-Header 'Content-Disposition' externer Server ohne ausreichende Validierung direkt an den temporären Verzeichnispfad angehängt, wodurch ein Angreifer durch Sequenzen wie '../' beliebige Dateien an unbeabsichtigte Orte im Dateisystem schreiben kann. Langflow wird als KI-gestütztes Workflow- und Automatisierungsframework eingesetzt und kann in Gesundheitseinrichtungen beispielsweise zur Orchestrierung klinischer Datenpipelines oder zur Anbindung von KI-Diensten an KIS- und LIS-Umgebungen genutzt werden – sofern dort betrieben, gefährdet ein erfolgreicher Angriff die Integrität kritischer System- und Konfigurationsdateien und kann im schlimmsten Fall zur Kompromittierung nachgelagerter klinischer Systeme führen. Angesichts des sehr hohen CVSS-Scores von 9.9 ist umgehender Handlungsbedarf gegeben: Betroffene Instanzen sind sofort zu patchen oder die anfällige Funktion ist bis zur Bereitstellung eines Fixes zu deaktivieren.
1 IBM Langflow OSS sofort auf eine Version außerhalb des betroffenen Bereichs 1.0.0–1.10.0 aktualisieren bzw. bis zur Verfügbarkeit eines Patches die 'Save to File'-Funktion im APIRequest-Komponenten-Konfigurationsmenü deaktivieren, um den Path-Traversal-Angriffsvektor zu schließen.
2. Netzwerkseitig den ausgehenden HTTP/HTTPS-Datenverkehr von Langflow-Instanzen auf vertrauenswürdige Zielsysteme beschränken (Allowlist), um das Risiko manipulierter externer HTTP-Server mit präparierten Content-Disposition-Headern zu minimieren.
3. Laufende Langflow-Deployments auf Windows, Linux und macOS auf betroffene Versionen prüfen und eine Inventarisierung aller eingesetzten Instanzen (inkl. Cloud-/SaaS-Deployments) im CMDB durchführen.
4. Dateisystemberechtigungen der Konten, unter denen Langflow läuft, auf das notwendige Minimum reduzieren (Least Privilege), sodass ein erfolgreicher Path-Traversal-Angriff nur eingeschränkte Schreibzugriffe ermöglicht.
5. Vorfall- und Anomalie-Monitoring für unerwartete Dateioperationen außerhalb des temporären Verzeichnisses einrichten und SOC/IT-Sicherheitsverantwortliche über die kritische Schwachstelle (CVSS 9.9) informieren.
NIS2-Relevanz: ••• B3S: ••• ISG: ••ˆ Meldepflicht DE: ja