⚠️ Mögliche Auswirkung auf Patientensicherheit

Betroffene Einrichtungen

🏥 Krankenhaus🏨 Fachklinik🏃 Rehaklinik🏡 Pflegeheim🔬 Labor🏢 Ambulantes Zentrum

Bereich

IT-InfrastrukturCloud-DiensteKIS-SoftwareLIS / RIS / PACS
Beschreibung

IBM Langflow OSS in den Versionen 1.0.0 bis 1.10.0 enthält eine kritische Schwachstelle (CVSS 9.9) im festplattenbasierten Cache-Mechanismus: Die Klasse AsyncDiskCache verwendet Pythons unsichere Funktion pickle.loads(), um gecachte Objekte ohne Validierung, Integritätsprüfung oder Authentifizierung zu deserialisieren, was einem Angreifer mit Einfluss auf die gecachten Daten – etwa über Dateisystemzugriff, manipulierte Workflow-Eingaben, benutzerdefinierte Komponenten oder API-Manipulation – eine vollständige Systemkompromittierung mit den Rechten des Langflow-Servers ermöglicht. Sofern Langflow im Klinikumfeld als KI-Orchestrierungsplattform oder zur Automatisierung klinischer Datenprozesse betrieben wird, können über einen erfolgreichen Angriff sensible Patientendaten exfiltriert oder kritische Backend-Systeme wie KIS oder LIS kompromittiert werden. Angesichts des außerordentlich hohen CVSS-Scores und des breiten Angriffsvektors ist umgehender Handlungsbedarf gegeben: Betroffene Instanzen sind sofort zu isolieren und zu aktualisieren.

Handlungsempfehlung

1 IBM Langflow OSS auf eine Version außerhalb des betroffenen Bereichs 1.0.0–1.10.0 aktualisieren bzw. den Einsatz bis zur Verfügbarkeit eines Patches einfrieren; sofern kein Update verfügbar, Langflow-Instanzen sofort vom Netz nehmen.

2. Dateisystemzugriff auf das Langflow-Cache-Verzeichnis strikt beschränken: Nur der Langflow-Dienstbenutzer darf Schreib-/Lesezugriff auf das Pickle-Cache-Verzeichnis haben; alle anderen Benutzer und Dienste aussperren.

3. Netzwerksegmentierung prüfen: Langflow-Server darf nicht direkt aus dem Kliniknetz oder Internet erreichbar sein; Zugang ausschließlich über authentifizierte, gesicherte API-Gateways oder VPN erlauben.

4. Monitoring und Alerting für verdächtige Prozessausführungen auf dem Langflow-Host aktivieren (z. B. via EDR/SIEM), um mögliche Ausnutzung der Deserialisierungslücke frühzeitig zu erkennen.

5. Inventarisierung aller Langflow-Instanzen im Klinikumfeld durchführen und betroffene Systeme im Rahmen des Schwachstellenmanagements dokumentieren; Risikoabwägung für NIS2/B3S-Meldepflicht prüfen.

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NIS2-Relevanz: •••    B3S: •••    ISG: ••ˆ    Meldepflicht DE: ja

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