Betroffene Einrichtungen
Bereich
In MikroTik RouterOS fehlt im sogenannten btest-Dienst (Bandwidth-Test-Server) eine Authentifizierungsprüfung für eine kritische Funktion, wodurch ein nicht authentifizierter Angreifer Kernel-Speicherinhalte auslesen und einen Denial-of-Service auslösen kann. Die Offenlegung von Kernel-Speicher kann sensible Informationen wie Schlüsselmaterial oder Konfigurationsdaten preisgeben, während ein DoS den betroffenen Router vollständig außer Betrieb setzen kann. MikroTik-Router werden in Gesundheitseinrichtungen häufig als kostengünstige Netzwerkkomponenten für Segmentierung, VPN-Anbindung und Standortvernetzung eingesetzt; ein Ausfall kann dort die Erreichbarkeit klinischer Systeme wie KIS, PACS oder Patientenmonitoring unterbrechen. Da CISA die Schwachstelle als aktiv ausgenutzt klassifiziert, ist unverzügliches Handeln – insbesondere die Deaktivierung des btest-Dienstes und ein Firmware-Update – dringend erforderlich.
1 btest-Dienst in MikroTik RouterOS sofort deaktivieren (Winbox/CLI: /tool bandwidth-server set enabled=no) oder durch Firewall-Regeln den Zugriff auf Port 2000 blockieren, um Kernel-Memory-Disclosure und DoS zu verhindern.
2. RouterOS auf die aktuell verfügbare Stable- oder Long-term-Version aktualisieren, da CISA diese Schwachstelle als aktiv ausgenutzt einstuft.
3. Netzwerksegmentierung überprüfen: RouterOS-Geräte dürfen nicht direkt aus dem Internet erreichbar sein; Management-Zugriff ausschließlich über dediziertes Management-VLAN erlauben.
4. Alle MikroTik-Geräte im Netzwerk inventarisieren und auf exponierte Dienste (Winbox, SSH, Telnet, btest) scannen; unnötige Dienste dauerhaft deaktivieren.
5. Vorfall gemäß NIS2/B3S-Prozess dokumentieren und bei Hinweisen auf aktive Ausnutzung Meldung an BSI (DE) bzw. CERT.at (AT) vorbereiten.
NIS2-Relevanz: ••• B3S: ••• ISG: ••ˆ Meldepflicht DE: ja