⚠️ Mögliche Auswirkung auf Patientensicherheit

Betroffene Einrichtungen

🏥 Krankenhaus🏨 Fachklinik🏃 Rehaklinik🏡 Pflegeheim🔬 Labor🏢 Ambulantes Zentrum

Bereich

IT-InfrastrukturKIS-SoftwareLIS / RIS / PACSCloud-Dienste
Beschreibung

Eine kritische Schwachstelle (CVSS 10.0) in CoreWCF – dem .NET-Core-Port der Windows Communication Foundation – ermöglicht es einem nicht authentifizierten Angreifer aus der Ferne, die SAML-1.1- und SAML-2.0-Token-Validierung zu umgehen, da der Issuer-Signing-Key bei Nutzung von IdentityConfiguration mit federated Bindings nicht korrekt aufgelöst und keine Tokensignatur erzwungen wird. Ein Angreifer kann dadurch beliebige Identitäten vortäuschen, die der vertrauenswürdige Security Token Service (STS) ausstellen könnte, und sich so vollständig unerlaubt Zugang zu geschützten Diensten verschaffen. CoreWCF wird in Gesundheitseinrichtungen typischerweise als Kommunikationsframework für interne Dienste, Integrationsplattformen und potenziell für KIS- oder LIS-angebundene Webservices eingesetzt; sofern solche Dienste betroffen sind, droht der unberechtigte Zugriff auf Patientendaten oder kritische klinische Systeme. Angesichts des maximalen CVSS-Scores und der vollständigen Authentifizierungsumgehung ist eine sofortige Aktualisierung auf die bereinigten Versionen 1.8.1 oder 1.9.1 dringend geboten.

Handlungsempfehlung

1 CoreWCF auf Version 1.8.1 bzw. 1.9.1 aktualisieren – beide Versionen schließen die fehlerhafte SAML-Token-Validierung; Upgrade ist die einzige vollständige Behebung.

2. Alle Anwendungen und Dienste im Klinikumfeld inventarisieren, die CoreWCF mit federated Bindings und IdentityConfiguration nutzen, und deren Versionsstatus prüfen.

3. Bis zum Einspielen des Patches den Zugriff auf betroffene WCF-Endpunkte auf vertrauenswürdige Netzwerksegmente (z. B. über Firewall-Regeln oder Netzwerk-ACLs) beschränken, um das Angriffsfenster zu minimieren.

4. Authentifizierungs- und Zugriffsprotokolle der betroffenen Dienste auf verdächtige Aktivitäten (unauthenticated token submissions, unbekannte Principal-Identitäten) prüfen und SIEM-Alarmierungen einrichten.

5. Nach dem Update Penetrationstest oder gezielten Funktionstest der SAML-Token-Validierung durchführen, um die korrekte Issuer-Signing-Key-Auflösung zu verifizieren.

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