⚠️ Mögliche Auswirkung auf Patientensicherheit

Betroffene Einrichtungen

🏥 Krankenhaus🏨 Fachklinik🏃 Rehaklinik🏡 Pflegeheim🔬 Labor🏢 Ambulantes Zentrum

Bereich

IT-InfrastrukturCloud-DiensteKIS-SoftwareLIS / RIS / PACS
Beschreibung

In der TypeScript/Node.js-Bibliothek Network-AI (Multi-Agent-Orchestrator) erlaubt ein Designfehler in der Sandbox-Absicherung bis einschließlich Version 5.9.0 die vollständige Umgehung der Befehls-Allowlist: Da ShellExecutor alle Kommandos über '/bin/sh -c' ausführt, können Glob-Wildcards wie 'git *' durch Shell-Injection (z. B. 'git status; ') missbraucht werden, sodass ein kompromittierter Agent beliebigen Code mit den Rechten des Prozesses ausführen kann (CVSS 9.9). Sofern Network-AI in Gesundheitseinrichtungen für KI-gestützte Automatisierung, Workflow-Orchestrierung oder Systemintegration – etwa in Verbindung mit KIS, LIS oder Laborpipelines – eingesetzt wird, kann ein Angreifer über diesen Vektor sensible Patientendaten exfiltrieren, kritische Systeme manipulieren oder lahmlegen. Aufgrund der kritischen Bewertung und des potenziellen Einflusses auf Patientendaten und Systemverfügbarkeit ist eine sofortige Aktualisierung auf Version 5.9.1 dringend erforderlich.

Handlungsempfehlung

1 Network-AI auf Version 5.9.1 oder höher aktualisieren, da ab dieser Version ShellExecutor keine Shell-Interpolation mehr über '/bin/sh -c' verwendet, sondern direkt via 'spawn' mit getrennten Argumenten ausführt – dadurch ist der Glob-Wildcard-Bypass unterbunden.

2. Bis zum Abschluss des Updates alle Allowlist-Einträge mit Wildcards (z. B. 'git *', 'npm *', 'node *') aus der SandboxPolicy entfernen oder durch exakte Befehlsstrings ohne Wildcards ersetzen, um das Injektionsrisiko zu minimieren.

3. Prüfen, ob Network-AI-Instanzen in Produktionsumgebungen (KIS-Anbindung, Automatisierungspipelines, Laborintegration) betrieben werden, und betroffene Systeme bis zum Patchen vom Netz isolieren oder in einer restriktiven Netzwerkzone betreiben.

4. Audit der Agent-Logs auf verdächtige Semikolon- oder Pipe-Zeichen in Shell-Kommandos durchführen, um mögliche bereits erfolgte Ausnutzungsversuche zu erkennen.

5. Intern prüfen, ob ein meldepflichtiger Vorfall vorliegt (aktive Ausnutzung + KRITIS-Einstufung), und ggf. BSI bzw. BACS entsprechend informieren.

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