Betroffene Einrichtungen
Bereich
Eine kritische Memory-Safety-Schwachstelle in der Extended Passport Protocol (EPP) Verarbeitungsbibliothek ermöglicht es einem nicht authentifizierten Angreifer, durch gezielt manipulierte Netzwerkanfragen mit einem missgeformten EPP-Header undefiniertes Verhalten sowie einen abnormalen Programmabsturz auszulösen. Der CVSS-Score von 10.0 spiegelt die vollständige Beeinträchtigung von Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit wider, ohne dass eine Authentifizierung erforderlich ist. EPP-Implementierungen können in Gesundheitseinrichtungen im Bereich der Netzwerkkommunikation und Domänenverwaltung eingesetzt werden; sofern kritische Systeme wie KIS, PACS oder Patientenmonitoring-Infrastruktur betroffen sind, besteht ein erhebliches Risiko für die Patientensicherheit und den Betrieb. Aufgrund des maximalen CVSS-Scores ist sofortiges Handeln geboten: Betroffene Systeme müssen isoliert, Patches umgehend eingespielt und die Vorfallmeldepflicht geprüft werden.
1 EPP-verarbeitende Bibliotheken und Dienste im Netzwerk identifizieren und den Hersteller nach einem verfügbaren Patch oder Workaround befragen, da Versionsnummern aktuell nicht bekannt sind.
2. Netzwerkzugang zu EPP-verarbeitenden Systemen durch Firewall-Regeln und ACLs auf autorisierte Quell-IP-Adressen einschränken, um das Angriffspotenzial unauthentifizierter Anfragen zu reduzieren.
3. Intrusion-Detection-Systeme (IDS/IPS) auf Signaturen für missgeformte EPP-Header konfigurieren und Alarme für anomale Verbindungsabbrüche oder Prozessabstürze einrichten.
4. Betroffene Dienste bis zur Verfügbarkeit eines Patches – sofern technisch möglich – in isolierten Netzwerksegmenten betreiben und nicht direkt aus dem Internet erreichbar machen.
5. Vorfallreaktionsplan aktivieren: Logs auf Anzeichen einer Ausnutzung prüfen (abnormale Programmabbrüche, unerwartete Neustarts) und im KRITIS-Fall Meldepflicht beim BSI prüfen.
NIS2-Relevanz: ••• B3S: ••• ISG: ••ˆ Meldepflicht DE: ja