Betroffene Einrichtungen
Bereich
Die Python-Notebook-Anwendung Marimo enthält eine kritische Schwachstelle, die es nicht authentifizierten Angreifern ermöglicht, ohne Anmeldung beliebigen Code auf dem betroffenen Server auszuführen und Shell-Zugriff zu erlangen. Im Gesundheitsumfeld besteht damit ein hohes Risiko für die Kompromittierung von Servern, auf denen Patientendaten verarbeitet werden, sowie für laterale Ausbreitung im Krankenhausnetz. Da die Schwachstelle aktiv ausgenutzt wird (CISA KEV), ist sofortiges Handeln erforderlich.
1 Sofort prüfen, ob Marimo (Python-Notebook-Umgebung) im Netzwerk betrieben wird – insbesondere auf Entwicklungs-, Analyse- oder Forschungsservern.
2. Marimo-Instanzen unverzüglich vom Netzwerk isolieren oder Dienst deaktivieren, bis ein Patch verfügbar ist – kein öffentlicher oder interner Zugriff ohne Authentifizierung.
3. Netzwerk-Logs auf verdächtige Verbindungen zu Marimo-Ports (Standard: 2718) untersuchen und auf Anzeichen einer Kompromittierung prüfen (unbekannte Prozesse, Shells, Lateral Movement).
4. Falls Marimo für Datenanalyse mit Patientendaten genutzt wird, Datenschutzbeauftragten und CISO informieren und Vorfallsprotokoll anlegen.
5. Hersteller-Updates und CISA-Advisories aktiv monitoren; bis zum Patch Zugriff auf Marimo ausschließlich über VPN mit starker Authentifizierung (MFA) beschränken.
NIS2-Relevanz: ••• B3S: ••• ISG: ••ˆ Meldepflicht DE: ja