Betroffene Einrichtungen
Bereich
Eine kritische Schwachstelle in Microsoft SharePoint ermöglicht es einem nicht authentifizierten Angreifer, über das Netzwerk beliebigen Code auszuführen. Da SharePoint in vielen Gesundheitseinrichtungen als zentrales Dokumenten- und Kollaborationssystem – teils mit Anbindung an KIS oder andere klinische Systeme – betrieben wird, besteht ein erhebliches Risiko für Patientendaten und die Verfügbarkeit kritischer Prozesse. Die Schwachstelle wird laut CISA aktiv ausgenutzt und erfordert sofortige Maßnahmen.
1 Sofort prüfen, ob Microsoft SharePoint on-premises oder SharePoint Online im Einsatz ist, und verfügbare Sicherheitspatches von Microsoft umgehend einspielen (Microsoft Security Update für die jeweilige SharePoint-Version installieren).
2. SharePoint-Server vom Internet isolieren bzw. externen Zugriff über WAF oder Reverse Proxy einschränken, bis der Patch eingespielt ist – insbesondere eingehende HTTP/HTTPS-Verbindungen auf nicht vertrauenswürdige Quellen blockieren.
3. Prüfen, ob SharePoint als Dokumentenablage für KIS, RIS oder PACS genutzt wird – bei Abhängigkeiten sofort Notfallbetriebsplan aktivieren und betroffene Systeme auf Kompromittierung untersuchen (Windows Event Logs, SharePoint ULS-Logs auf anomale Deserialisierungsaktivitäten prüfen).
4. Zugriffsberechtigungen auf SharePoint restriktiv überprüfen: Dienstkonten mit überhöhten Rechten (Farm Admin, Site Collection Admin) temporär deaktivieren oder auf Mindestrechte reduzieren.
5. Incident-Response einleiten: Indicators of Compromise (IoC) gemäß CISA-Meldung in SIEM/EDR-Lösung laden und rückwirkend auf Ausnutzungsversuche prüfen; bei Verdacht auf aktive Ausnutzung unverzüglich BSI/BACS/CERT.at informieren.
NIS2-Relevanz: ••• B3S: ••• ISG: ••ˆ Meldepflicht DE: ja