Betroffene Einrichtungen
Bereich
In der Perl-Bibliothek DBI vor Version 1.650 existiert ein Heap-Overflow-Schwachstelle, die beim Vorverarbeiten (Pre-Parsing) von SQL-Anweisungen mit einer sehr großen Anzahl von Platzhaltern (ca. 1,2 Millionen) ausgelöst werden kann, da der zugewiesene Speicher nicht ausreicht – der ursprüngliche Fix für CVE-2026-10879 behob das Problem nur unvollständig. Mit einem CVSS-Score von 9.8 (kritisch) kann ein Angreifer durch gezielt präparierte SQL-Eingaben möglicherweise Speicherkorruption herbeiführen und so zur Codeausführung oder zum Systemabsturz gelangen. Die Perl-DBI-Schnittstelle wird als zentrale Datenbankzugriffsschicht in zahlreichen Softwarelösungen eingesetzt; sofern klinische Anwendungen – etwa Krankenhausinformationssysteme, Labor- oder Abrechnungssoftware – intern auf Perl-DBI aufsetzen, können sensible Patientendaten sowie die Verfügbarkeit kritischer Systeme gefährdet sein. Angesichts der kritischen Einstufung ist eine sofortige Aktualisierung aller betroffenen Perl-DBI-Installationen dringend geboten.
1 Perl-Bibliothek DBI auf Version 1.650 oder höher aktualisieren (diese Version setzt ein hartes Limit von 99.999 Platzhaltern und behebt den Heap-Overflow).
2. Alle klinischen Anwendungen und Middleware-Komponenten inventarisieren, die Perl-DBI als Datenbankschnittstelle nutzen, um den tatsächlichen Betroffenheitsgrad zu ermitteln.
3. Bis zum Abschluss des Updates Eingaben an datenbanknahe Schnittstellen auf ungewöhnlich große Platzhaltermengen überwachen und ggf. durch Webanwendungs-Firewalls oder Eingabevalidierung begrenzen.
NIS2-Relevanz: ••• B3S: ••• ISG: ••ˆ Meldepflicht DE: ja