Betroffene Einrichtungen
Bereich
Eine Out-of-Bounds-Lese- und Schreibschwachstelle in der Chromium-V8-JavaScript-Engine erlaubt Angreifern, über präparierte Webseiten beliebigen Code innerhalb der Browser-Sandbox auszuführen. Betroffen sind alle Einrichtungen, die Chrome, Edge oder andere Chromium-basierte Browser einsetzen – insbesondere für webbasierte KIS-, PACS- oder RIS-Anwendungen. Da die Schwachstelle aktiv ausgenutzt wird (CISA KEV), besteht akuter Handlungsbedarf durch sofortiges Browser-Patching.
1 Google Chrome und Microsoft Edge auf allen Endgeräten sofort auf die aktuelle Version aktualisieren (Chrome >= 128, Edge entsprechend patchen) – Versionsstatus über WSUS oder Softwareverteilung prüfen.
2. Browser-Updates in der Softwareverteilung (z.B. SCCM/Intune) als kritisch einstufen und zwangsweise ausrollen, insbesondere auf Workstations mit Zugang zu KIS, PACS oder RIS.
3. Workstations in klinischen Bereichen (Pflege, Radiologie, Labor) priorisieren, da dort Browser-basierte Anwendungen (webbasiertes KIS, PACS-Viewer) aktiv genutzt werden und ein Sandbox-Escape zur Kompromittierung führen kann.
4. Bis zum vollständigen Patch-Rollout risikobasiert Web-Browsing auf klinischen Systemen einschränken (z.B. Webfilter/Proxy-Policies aktivieren, Aufruf unbekannter externer URLs blockieren).
5. Systeme mit eingebetteten Chromium-Browsern (z.B. medizinische Geräte-UIs, digitale Signage, Kiosk-Terminals) beim Hersteller auf Betroffenheit prüfen und ggf. vom Netz trennen.
NIS2-Relevanz: ••• B3S: ••• ISG: ••ˆ Meldepflicht DE: ja