Betroffene Einrichtungen
Bereich
In Microsoft Azure API Management (bis einschließlich 2025-10-17) ermöglicht eine Schwachstelle im Self-Service-Signup-Mechanismus, dass ein Angreifer den Registrierungsflow eines Tenants A missbraucht, um sich trotz deaktivierter Anmeldung im UI auch bei Tenant B zu registrieren – indem lediglich der Host-Header oder Tenant-Bezeichner manipuliert wird. Das zugrunde liegende API-Endpunkt akzeptiert solche mandantenübergreifenden Anfragen, obwohl die Benutzeroberfläche die Registrierung sperrt, was unautorisierte Kontoerstellung mit einem CVSS-Score von 9,8 (kritisch) ermöglicht. Azure API Management wird in Gesundheitseinrichtungen häufig als API-Gateway für klinische Integrationsplattformen, KIS-Schnittstellen oder Cloud-basierte Patientenportale eingesetzt; sofern solche Tenants betroffen sind, könnten Angreifer unbefugten Zugang zu sensiblen Gesundheitsdaten oder nachgelagerten Systemen erlangen. Aufgrund des kritischen CVSS-Scores und der potenziellen Exposition von Patientendaten besteht dringender Handlungsbedarf zur Absicherung aller betroffenen Azure API Management-Instanzen.
1 Self-Service-Signup (Basic Authentication) in Microsoft Azure API Management für alle betroffenen Tenants deaktivieren – nicht nur auf UI-Ebene, sondern durch explizite Deaktivierung des zugrunde liegenden API-Endpunkts über Azure Policy oder Netzwerkzugriffsregeln (z. B. IP-Allowlisting auf den Registrierungs-Endpoint).
2. Audit aller Azure API Management-Tenants im Klinikumfeld: Überprüfen, ob mandantenübergreifende Registrierungsversuche über Host-Header-Manipulation in den Zugriffsprotokollen (Azure Monitor / API Management Developer Portal Logs) erkennbar sind.
3. Zugriffskontrollen für den Developer-Portal-Endpunkt härten: Eingehende Requests auf den Signup-Endpoint mittels Azure API Management-Richtlinien (Policies) auf autorisierte Hosts beschränken und Cross-Tenant-Anfragen blockieren.
4. Benachrichtigung des Cloud-Sicherheitsteams und Bewertung, ob über den Schwachstellenvektor unbefugte Benutzerkonten in Tenant-B-Umgebungen angelegt wurden; ggf. bestehende Konten auf unautorisierte Registrierungen prüfen.
5. NIS2/B3S-Dokumentation: Vorfall intern als sicherheitsrelevantes Ereignis dokumentieren und – sofern eine aktive Ausnutzung festgestellt wird – Meldeprozesse gemäß BSI-Vorgaben einleiten.
NIS2-Relevanz: ••• B3S: ••• ISG: ••ˆ Meldepflicht DE: ja