Betroffene Einrichtungen
Bereich
Der Linux-Kernel enthält eine Schwachstelle beim Schreiben außerhalb gültiger Speichergrenzen (Out-of-Bounds Write), die einem lokalen Benutzer ermöglicht, erhöhte Systemprivilegien zu erlangen oder einen Denial-of-Service-Zustand auszulösen. Ein Angreifer mit lokalem Zugriff auf ein betroffenes System kann diese Schwachstelle ausnutzen, um Root-Rechte zu erlangen und damit vollständige Kontrolle über das System zu übernehmen. Der Linux-Kernel wird in Gesundheitseinrichtungen auf einer Vielzahl von Systemen eingesetzt – darunter Klinikserver, PACS-Workstations, Laborgeräte, Medizintechnik sowie OT-Komponenten –, sodass bei Ausnutzung kritische klinische Prozesse und Patientendaten gefährdet sein können. Angesichts der Aufnahme in den CISA-KEV-Katalog (aktiv ausgenutzte Schwachstelle) ist eine umgehende Aktualisierung aller betroffenen Linux-Systeme dringend geboten.
1 Linux-Kernel auf die jeweils aktuelle stabile Version aktualisieren (Patch vom Distributor beziehen, z.B. via 'apt upgrade linux-image-*' oder 'yum update kernel') und betroffene Systeme anschließend neu starten, um die Out-of-Bounds-Write-Schwachstelle zu schließen.
2. Lokale Benutzerrechte auf Linux-Systemen (Server, Workstations, Medizingeräte) auf das notwendige Minimum beschränken (Least-Privilege-Prinzip), um die Ausnutzbarkeit durch lokale Angreifer zu reduzieren.
3. Inventar aller Linux-basierten Systeme im Haus erstellen – insbesondere Medizingeräte, PACS-Stationen, Laborgeräte und OT-Komponenten – und Patch-Status je Gerät dokumentieren sowie mit Herstellern bezüglich Kernel-Updates abstimmen.
4. Systeme, die nicht zeitnah gepatcht werden können (z.B. zertifizierte Medizingeräte), durch Netzwerksegmentierung isolieren und Monitoring auf ungewöhnliche Privilegienerweiterungen aktivieren.
5. Vorfall- und Patch-Dokumentation gemäß NIS2/B3S-Anforderungen führen und bei aktiver Ausnutzung im eigenen Netz Meldepflicht beim BSI bzw. BACS/CERT.at prüfen.
NIS2-Relevanz: ••• B3S: ••• ISG: ••ˆ Meldepflicht DE: ja