Betroffene Einrichtungen
Bereich
Im Linux-Kernel wurde eine Schwachstelle in der Funktion cgroup_release_agent_write (kernel/cgroup/cgroup-v1.c) identifiziert, die es einem Angreifer unter bestimmten Umständen ermöglicht, über das release_agent-Feature von cgroups v1 Privilegien zu eskalieren und die Namespace-Isolation zu umgehen. Ein lokal unprivilegierter Angreifer kann so potenziell vollständige Kontrolle über ein betroffenes System erlangen. Der Linux-Kernel wird in Gesundheitseinrichtungen häufig als Betriebssystem-Basis für Server, medizinische Workstations, Virtualisierungsplattformen und containerisierte Anwendungen eingesetzt – sofern solche Systeme im Klinikumfeld betrieben werden, besteht das Risiko, dass kompromittierte Prozesse oder Container-Umgebungen die Isolation überwinden und auf kritische klinische Daten oder Infrastrukturkomponenten zugreifen könnten. IT-Sicherheitsverantwortliche sollten betroffene Linux-Systeme unverzüglich identifizieren und geeignete Abhilfemaßnahmen einleiten.
1 Linux-Kernel auf eine gepatchte Version aktualisieren: Distributionsspezifische Sicherheitsupdates des jeweiligen Herstellers (z. B. Red Hat, Ubuntu, SUSE) einspielen, die den Fix für CVE-2022-0492 in cgroup-v1.c enthalten – Paketlisten der Distribution auf verfügbare Kernel-Updates prüfen und umgehend anwenden.
2. Als kurzfristige Mitigation die Nutzung von cgroups v1 release_agent einschränken: Sofern nicht betrieblich erforderlich, den Zugriff auf /sys/fs/cgroup über geeignete Systemhärtungsmaßnahmen (z. B. seccomp-Profile, AppArmor/SELinux-Richtlinien) begrenzen.
3. Container- und Virtualisierungsumgebungen auf privilegierte Konfigurationen überprüfen: Sicherstellen, dass keine Container mit erweiterten Rechten (--privileged) oder uneingeschränktem cgroup-Zugriff betrieben werden, und entsprechende Laufzeitkonfigurationen restriktiv gestalten.
NIS2-Relevanz: ••• B3S: ••• ISG: ••ˆ Meldepflicht DE: ja