Betroffene Einrichtungen
Bereich
Microsoft SQL Server enthält eine Schwachstelle zur Remote-Code-Ausführung, die es einem Angreifer ermöglicht, beliebigen Code im Kontext des SQL-Server-Datenbankdienst-Kontos auszuführen, ohne dass dafür zwingend physischer Zugang erforderlich ist. Da die Schwachstelle durch die CISA als aktiv ausgenutzt eingestuft ist, besteht unmittelbarer Handlungsbedarf. Microsoft SQL Server wird in Gesundheitseinrichtungen sehr häufig als Datenbankplattform für KIS-, LIS- und PACS-Anwendungen eingesetzt; sofern diese Systeme auf einer verwundbaren SQL-Server-Version betrieben werden, drohen Datenverlust, Systemausfall oder unbefugter Zugriff auf Patientendaten. Einrichtungen sollten verfügbare Sicherheits-Updates unverzüglich einspielen und die Netzwerksegmentierung ihrer Datenbankserver überprüfen.
1 Microsoft SQL Server umgehend mit dem aktuellen kumulativen Update (Cumulative Update) für die eingesetzte SQL-Server-Version patchen – Patches über den Microsoft Security Update Guide beziehen und priorisiert auf allen Datenbankservern einspielen.
2. Netzwerkzugang zu SQL-Server-Instanzen durch Firewall-Regeln auf autorisierte Systeme und Nutzer beschränken, insbesondere TCP-Port 1433 und 1434 nicht aus unsicheren Netzsegmenten erreichbar lassen.
3. SQL-Server-Dienste nach dem Prinzip der minimalen Rechte betreiben: Dienstkonto auf ein dediziertes, nicht-privilegiertes Konto beschränken, um den Radius einer möglichen Kompromittierung zu minimieren.
4. Betroffene SQL-Server-Instanzen auf Anzeichen einer Kompromittierung prüfen (Logfiles, unerwartete Prozesse unter dem Dienstkonto) und Monitoring/Alerting für anomale Datenbankaktivitäten aktivieren.
5. KIS-, LIS- und PACS-Hersteller informieren und prüfen, ob deren Systeme auf betroffenen SQL-Server-Versionen basieren, um die Patch-Strategie mit den Wartungsfenstern abzustimmen.
NIS2-Relevanz: ••• B3S: ••• ISG: ••ˆ Meldepflicht DE: ja