Betroffene Einrichtungen
Bereich
Die Schwachstelle in Red Hat libuser beruht auf einer Race Condition, die es authentifizierten lokalen Benutzern ermöglicht, die Datei /etc/passwd zu korrumpieren – mit der Folge eines Denial of Service oder einer Privilegienerweiterung auf dem betroffenen System. Ein Angreifer mit lokalem Zugang kann durch gezieltes Ausnutzen dieser Wettlaufbedingung administrative Rechte erlangen und damit vollständige Kontrolle über das System übernehmen. Red-Hat-basierte Linux-Systeme werden in Gesundheitseinrichtungen häufig als Server-Betriebssysteme für KIS, LIS, PACS und weitere klinische Anwendungen eingesetzt, sodass eine erfolgreiche Ausnutzung den Ausfall kritischer Patientenversorgungssysteme oder den Verlust sensibler Patientendaten nach sich ziehen kann. Betroffene Systeme sollten umgehend gepatcht und auf Anzeichen einer Kompromittierung untersucht werden.
1 Red Hat libuser umgehend auf die vom Hersteller bereitgestellte gepatchte Version aktualisieren (Paketaktualisierung via 'yum update libuser' bzw. 'dnf update libuser' auf allen betroffenen Red-Hat-basierten Systemen durchführen).
2. Lokale Benutzerkonten auf Linux-Systemen überprüfen und nicht benötigte Konten deaktivieren, um die Angriffsfläche für authentifizierte lokale Angreifer zu reduzieren.
3. Integritätsüberwachung der Datei /etc/passwd und weiterer kritischer Systemdateien aktivieren (z. B. via AIDE oder auditd), um unautorisierte Änderungen sofort zu erkennen.
4. Betroffene Linux-Systeme auf Anzeichen einer Kompromittierung untersuchen, insbesondere auf unautorisierte Einträge in /etc/passwd und unerwartete Privilegienerweiterungen.
5. Prinzip der minimalen Rechtevergabe (Least Privilege) auf allen Linux-Servern durchsetzen und SSH-Zugänge auf notwendige Benutzer beschränken, um das Risiko durch lokale Angreifer zu minimieren.
NIS2-Relevanz: ••• B3S: ••• ISG: ••ˆ Meldepflicht DE: ja