Betroffene Einrichtungen
Bereich
Ein Use-After-Free-Fehler im abgekündigten Microsoft Internet Explorer ermöglicht Angreifern die Ausführung beliebigen Codes auf betroffenen Systemen. Da Internet Explorer End-of-Life ist und kein Hersteller-Support mehr existiert, sind Patches nicht zu erwarten, weshalb eine sofortige Deaktivierung zwingend erforderlich ist. In Gesundheitseinrichtungen besteht besonderes Risiko, da IE teils noch für Legacy-KIS/RIS/PACS-Frontends genutzt wird und ein erfolgreicher Angriff den Ausfall kritischer klinischer Systeme sowie Patientendatenverlust verursachen kann.
1 Sofortige Inventarisierung aller Systeme im Netzwerk, auf denen Internet Explorer noch aktiv genutzt wird (z. B. über AD-Gruppenrichtlinien oder Asset-Management-Tool).
2. Internet Explorer auf allen Endpoints deaktivieren: Gruppenrichtlinie 'Internet Explorer deaktivieren' (GPO: Disable Internet Explorer) rollenweit ausrollen oder Feature via DISM ('dism /online /Remove-Capability /CapabilityName:Browser.InternetExplorer~~~~0.0.11.0') entfernen.
3. Systeme identifizieren, auf denen Legacy-Webanwendungen (KIS, RIS, PACS-Webclients) noch IE erfordern; Hersteller kontaktieren und auf moderne Browser-Kompatibilität drängen.
4. Netzwerksegmentierung prüfen: Systeme mit unvermeidbarem IE-Einsatz in isolierte VLANs verschieben und ausgehenden Internetzugriff sperren.
5. Vorfallreaktion vorbereiten: SIEM-Regeln für verdächtige iexplore.exe-Prozesse aktivieren und Endpoint-Detection auf entsprechende Exploit-Muster (Use-After-Free via IE) schärfen.
NIS2-Relevanz: ••• B3S: ••• ISG: ••ˆ Meldepflicht DE: ja