Betroffene Einrichtungen
Bereich
Eine kritische Buffer-Overflow-Schwachstelle im Windows Server Service ermöglicht es entfernten Angreifern, durch manipulierte RPC-Anfragen beliebigen Code auszuführen und vollständige Kontrolle über betroffene Systeme zu erlangen. Im Krankenhausumfeld sind insbesondere KIS-Server, PACS-Systeme sowie Windows-basierte Medizingeräte gefährdet, was zu Patientendatenverlust und Ausfall kritischer klinischer Prozesse führen kann. Da die Schwachstelle aktiv ausgenutzt wird (CISA KEV), ist eine sofortige Patchinstallation und Netzwerksegmentierung zwingend erforderlich.
1 Sofort prüfen, ob der Microsoft-Patch für die Windows Server Service Buffer-Overflow-Schwachstelle (MS08-067 oder entsprechend) auf allen Windows-Servern und -Endpoints eingespielt ist – kritische Systeme (KIS, PACS, Laborsysteme) vorrangig patchen.
2. RPC-Zugriff über Perimeter-Firewall und interne Segmentierungsregeln einschränken: TCP-Port 445 und 135 von nicht autorisierten Quellen blockieren, insbesondere aus dem Netz der Medizingeräte.
3. Netzwerksegmente für Medizintechnik und OT isolieren, sodass ein kompromittierter Windows-Host keinen direkten RPC-Zugriff auf medizinische Geräte oder Steuerungssysteme hat.
4. Auf allen betroffenen Systemen Intrusion-Detection-Signaturen für manipulierte RPC-Requests aktivieren und SIEM-Alerting auf entsprechende Angriffsmuster (Pfad-Kanonisierungsfehler) schärfen.
5. Systeme, die nicht zeitnah gepatcht werden können (z. B. ältere Medizingeräte-Betriebssysteme), in separate VLANs verschieben und per Host-Firewall (Windows Firewall) den eingehenden RPC-Verkehr vollständig unterbinden.
NIS2-Relevanz: ••• B3S: ••• ISG: ••ˆ Meldepflicht DE: ja